Grünflächen im urbanen Raum

Begrünte Flächen im urbanen Raum erfüllen viele wichtige Funktionen:

  • Sie halten Regenwasser zurück, lassen es versickern und speisen so unsere Grundwasser- reserven. Gleichzeitig verhindern sie dadurch Überschwemmungen und Hochwasserereignisse.
  • Ein wesentlicher Teil des zurückgehaltenen Regenwassers verdunstet über die Pflanzen (Evapotranspiration) und kühlt die umliegende Luft, wirkt sich also positiv auf das Stadtklima aus.
  • Unversiegelter Boden und Pflanzenvielfalt bieten vielen Nützlingen (z.B. Bienen und Käfer) Lebensraum und Nahrung und ermöglich eine urbane Biodiversität.
  • Bäume im Siedlungsraum Verdunsten nicht nur Wasser über Ihre unzähligen Blätter, sie spenden auch angenehmen Schatten, welcher im Sommer Zuflucht vor der prallen Sonne bietet.
  • Und außerdem schlucken die Pflanzen den Lärm der Stadt und wirken sich nachweislich positiv auf das physische und psychische Wohlbefinden der Einwohner aus.

Grünflächen im Siedlungsraum sollten somit nicht nur Priorität in jeder Klimaanpassungsstrategie erhalten, sie sind auch unabdingbar für den Biodiversitätsschutz und den Erhalt der Lebensqualität in unseren Dörfern und Städten.

Es braucht eine Vielfalt an Grünflächen

Damit die vielfältigen Funktionen des Stadtgrüns erfüllt werden können, braucht es nicht nur große und zusammenhängende Grünflächen (z.B. Parkanlagen, naturnahe Fluss und Bachläufe, Gartenanlagen, Obstwiesen, etc…) die als Kaltluftentstehungsgebiete und Kaltluftschneisen dienen. Auch (meist asphaltierte) Plätze, Spielplätze, Schulhöfe, Friedhöfe, Parkplätze und der Straßenraum können und sollten begrünt werden. Straßenbäume und extensiv gepflegte Hecken, Sträucher, Stauden und Blühstreifen verbessern das Straßenbild und können zu einer Beruhigung des Verkehrs beitragen. Werden Parkstreifen und Fußwege mit gering versiegelnden Belägen versehen erlaubt dies das Aufkommen einer Spontanvegetation.

Neben der aktiven Pflanzung und Pflege der Grünstrukturen und der richtigen Substrat- und Belag-Auswahl, spielt aber auch die Straßenbeleuchtung eine wichtige Rolle für die Durchgrünung des Straßenraums.  Sie beeinflusst Pflanzen sowie Tiere direkt in ihrer Entwicklung beziehungsweise ihrem Verhalten und sollte im Zuge der Straßenbegrünung deshalb unbedingt berücksichtigt werden.

Grünflächen schaffen und erhalten

Der Mouvement Ecologique und das Oekoezenter Pafendall abreiten aktuell an einer Übersicht zu den Instrumenten, die den  Gemeinden aktuell zur Verfügung stehen um Grünräume im Siedlungsraum zu schaffen bzw. zu erhalten. Hierzu gehören z.B. die Bebauungspläne (PAG) und Teilbebauungspläne (PAP), im Rahmen dessen z.B. ein „Plan vert“ ausgearbeitet werden sollte oder „Zones de servitude“ ausgewiesen werden können.  Auch das „Règlement sur les bâtisses“ ist vor allem für die Bestandsquartiere ein wichtiges Regulierungsinstrument.

Die Analyse, einschließlich Hinweisen und Vorschlägen zur Optimierung der aktuellen Situation, werden an dieser Stelle veröffentlicht werden.

Interessante Dokumente in diesem Zusammenhang:

Naturnahe Grünflächen anlegen und pflegen

Grün ist nicht gleich Grün. Insekten, Vögel und Kleinsäuger profitieren vom urbanen Grün vor allem, wenn es Ihnen Nahrung liefern kann. Deshalb braucht es eine Vielfalt an insektenfreundlichen Pflanzen (wenn möglich einheimisch), die den teilweise extremen Bedingungen im Siedlungsraum (Trockenheit, Hitze, begrenzter Wurzelraum, Schadstoffe, Störungen, etc…) gewachsen sind.

Naturnahes, mehrjähriges Grün, welches extensiv gepflegt wird (Schnitt erfolgt 1-2 Mal im Jahr, Umpflanzen und Düngen entfallen) verringert zudem den Arbeits- und Kostenaufwand für die Gemeinde.

In folgender Liste finden Sie Dokumente, welche Sie bei der Anlage und Pflege von naturnahen Grünflächen unterstützen können:

  • Anlage von naturnahen Grünflächen im Siedlungsbereich – Ein Praxisratgeber für Gemeinden März 2019; Herausgegeben von SICONA Naturschutzsyndikat, Naturpark Öewersauer, Natur- a Geopark Mëllerdall, Naturpark Our, Kampagne Ouni Pestiziden, Biologische Station SIAS, Nationalmuseum für Naturgeschichte, Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung.
  • In einer langjährigen Studie hat „Natur im Garten“ und die BOKU (Universität für Bodenkultur Wien) Pflanzpläne zusammengestellt, die, mit Blick auf den Klimawandel, auch auf die Auswahl von hitze- und trockenheitsresistenten Pflanzen zurückgreifen. Die Pflanzpläne könne hier gratis heruntergeladen
  • Der Bund deutscher Staudengärtner hat 30 verschieden Staudenmischungen für unterschiedliche Standorte und mit Mengenangaben ausgearbeitet und erprobt. Der geringe Pflegebedarf dieser Mischungen wird durch optimierte Artenzusammensetzung, Standortanpassung und Bodenvorbereitung sowie klarer Pflegeanweisungen erreicht.
  • Auf Ihrer Internet-Seite hat die Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau eine Vielzahl an Informationen und Pflanzenlisten für das urbane Grün zusammengestellt.

Inspiration holen

In der Webinar-Reihe „Méi Gréngs an eise Stied an Dierfer“, welche der Mouvement Ecologique und des Oekozenter Pafendall im Früjahr 2021 organisiert haben, wurden eine Vielzahl an Möglichkeiten den Siedlungsraum zu begrünen vorgestellt.

Die Video-Aufnahmen der Webinare und Folien der Referenten stehen Ihnen HIER zur Verfügung.

In der folgenden Liste finden Sie außerdem eine Auswahl an Projekten, die Ihnen zur Inspiration dienen können:

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Die schweizer Naturschutz-Stiftung Pusch hat es sich zum Ziel gesetzt, 20.000 m² Naturoasen mit Gemeinden und Schulen zu realisieren. Mehr zu diesem Projekt finden Sie hier

Die österreichische Non-Profit-Initiative KlimaKonkret hat einen Guide erstellt, wie Kommunen klimafit werden können. Der Faltplan zeigt Problemstellungen und konkrete Lösungsansätze auf. HIER geht’s zum Internet-Seite.

Von 2016 bis 2021 – haben sich die Städte Frankfurt am Main, Hannover und Dessau-Roßlau gemeinsam mit Wissenschaftspartnern und dem Biodiversitätsnetzwerk BioFrankfurt e.V., im Rahemn des Projektes „Städte wagen Wildnis“ dem Thema „Stadtwildnis“ gewidmet.