Epsiode 14: Uhu

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Mit der neuen Kampagne „En Ouer fir d’Natur“ möchte der Mouvement Ecologique die Aufmerksamkeit auf  vielfach bedrohte Tierarten und ihre Lebensräume lenken – und dies mit einem Rate-Quiz des jeweiligen Tiergeräusches verbinden.

Insgesamt werden ab Ende April bis Oktober pro Monat jeweils 2 Kurzvideos zu einer Tierart unserer Ortschaften und Landschaften veröffentlicht.

Raten Sie mit – Welches Tier macht wohl dieses Geräusch?… und gewinnen Sie pro Spot einen einen Naturata-Einkaufsgutschein im Wert von 50€!

 

 

 

 

 

 

(C) Martin Mecnarowski

Haben Sie den Uhu im Clip erkannt?

Eigentlich dürfte es nicht schwer sein, den Rufer zu identifizieren – schließlich ruft er seinen eigenen Namen immer wieder im Abstand von ein paar Sekunden. Rede geht vom Uhu, der größten Eulenart in unseren Breiten. Der englische Name „eagle owl“, also „Adler-Eule“ deutet auf seine imposante Größe hin – seine Flügel haben eine Spannweite von 180 cm!

Die Rufe des Uhus können jetzt im Herbst (September bis November) und Frühling (Januar bis April) vernommen werden. Beide Perioden gelten als Balzzeit des Uhus. Die Männchen rufen um ihr Revier abzugrenzen und um Weibchen anzulocken. Die Rufe des Männchens sind in dieser Zeit oft bereits lange vor der Dämmerung und bis zu 5 Kilometer weit weg zu hören, allerdings ist dies in städtischen oder lärmbelasteten Landschaften schwer wahrnehmbar.

 

 

 

Lebensweise und Ansprüche

Der Uhu ist die größte heimische Eule und durch Naturschutzmaßnahmen mittlerweile kein seltener Waldvogel mehr. Tagsüber döst er versteckt in einer Felsnische oder in der Deckung von Baumkronen, in der Dämmerung und vor allem nachts fliegt der Uhu zur Jagd.

Der Uhu selbst hat keine Fressfeinde, er ist an der Spitze der Nahrungskette. Bezüglich seiner Beute ist er nicht wählerisch : Mäuse, Ratten, Amphibien, Tauben, Mäusebussard und sogar Igel stehen auf seinem Speiseplan. Dementsprechend vielfältig ist auch die Art und Weise wie er jagt, mal fliegend, mal hüpfend am Boden. Allerdings muss die Futtermenge stimmen, sodass er mittlerweile nicht nur in Wäldern oder strukturreichen Kulturlandschaften, sondern gerne auch in Städten zu finden ist. Hier stellen die zahlreichen verwilderten Haustauben und Krähen ein gutes Auskommen, weshalb Uhus auch als Kulturfolger vom Menschen bezeichnet werden.

Uhus bauen kein Nest. Sie suchen sich vielmehr eine geschützte Felsnische, in der eine Mulde zur Eiablage ausgescharrt wird. Im Februar oder März legt das Weibchen zwei bis vier Eier, aus denen nach etwa fünf Wochen die flauschigen Küken schlüpfen. Das Uhuweibchen ist während dieser ganzen Zeit auf die Versorgung mit Nahrung durch das männliche Tier angewiesen, stirbt dieses, ist die Aufzucht gescheitert. Die Nesthocker bleiben die ersten vier bis fünf Wochen an dem geschützten Brutplatz. Nach anfänglichen zögerlichen Hüpfeskapaden, können sie erst nach zehn Wochen fliegen. Die Eltern versorgen sie bis zu 25 Wochen mit Nahrung, pro Jungvogel braucht es dabei etwa 50 kg Beutetiere!

 

Gefahren

Eine der größten Gefahren für den Uhu – die Verfolgung durch den Menschen – wurde durch gesetzliche Maßnahmen gebannt. Die Jagd auf das Tier ist seit den 1960ern verboten und es ist durch europäisches Recht geschützt. Durch die zusätzlichen Wiederansiedlungsmaßnahmen konnten sich die Bestände des Uhus sehr rasch erholen, er gilt somit als Erfolgsstory des Artenschutzes.

Trotzdem ist die größte Eule immer noch Gefährdungen ausgesetzt, wie zum Beispiel der Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Denn auch Uhus können zu Verkehrsopfern werden. Ebenso kann es bei Windenergieanlagen zu Kollisionen kommen, besonders die „Verdrahtung“ der landwirtschaftlichen Flächen durch Stachel- und Maschendraht führen immer wieder zu vielen Opfern, ebenso wie Stromschlag an ungesicherten Starkstromleitungen.

Nicht zuletzt leidet auch der Uhu am Rückgang von Beutetieren, durch die Verarmung von Strukturen wie Hecken, Gras- oder Gehölzstreifen auf großflächigen, zu eintönig bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen.

 

Verbreitung in Luxemburg

Der Uhu war in den 1930er Jahren in Luxemburg wie in vielen Teilen Europas nahezu verschwunden – v.a. durch Abschuss und Zerstörung ihrer Bruten, weil die Menschen ihn lange als Nahrungskonkurrenten ansahen. Eine weitere Unsitte dieser Zeiten war die Entnahme junger Uhus von Jägern aus ihren Brutplätzen als Lockmittel zur Jagd auf Krähen und Greifvögel. Diese Vogelarten reagieren äußerst empfindlich auf das Erscheinen eines Uhus (oder einer anderen Eule), ein Verhalten, welches als Hassen bezeichnet wird. In der Tat sehen diese Vögel einen Uhu am helllichten Tag, fliegen sie in großen Schwärmen herbei, um diesen Feind zu vertreiben – und um dann vom menschlichen Jäger erlegt zu werden. Diese Jagdform wurde als Hüttenjagd bezeichnet, da die Jäger versteckt in einer Holzhütte „Schädlinge“ wie Krähen und andere „Raubvögel“ vernichten konnten.

Anfang der 80er Jahre wurden dann wieder die ersten Uhus hierzulande gesichtet – dank Wiederansiedlungsprojekten von jungen Uhus in der Eifel. Vierzig Jahre später, kommt der Uhu heute nun recht verbreitet in Luxemburg vor, wenn es sich auch nur um 20-22 Brutpaare handelt. So brütet er sogar in den Felswänden mitten in der Hauptstadt. Diese positive Entwicklung ist einerseits dem Artenschutz zu verdanken, andererseits dem Umstand, dass er sich Nahrung auch in menschlich geprägten Bereichen sichern kann. Dennoch bleibt seine Verbreitung an bestimmte hochwertige natürliche Lebensräume gebunden.

 

Wie können Sie dem Uhu helfen?

  1. Vermeiden Sie Störungen des Uhus an seinen Brutplätzen:
    Falls Sie in felsigen Gegenden spazieren gehen, halten Sie Ihren Hund an der Leine, da manche Uhus sogar am Boden brüten (generell immer angebracht um Störung wilder Tiere zu vermeiden). Falls Sie den Brutplatz eines Uhus kennen sollten, dann umgehen Sie in möglichst weitläufig und beobachten Sie nur aus der Ferne, damit die Tiere nicht unnötig bei der Aufzucht ihrer Jungen gestört werden.
  2. Nicht „wild“ klettern:
    Klettern Sie nicht an x-beliebigen Felswänden, diese sind nicht nur wichtige Lebensräume für den Uhu, sondern auch vieler anderer Felsbewohner. Beschränken Sie sich auf die offiziell ausgewiesenen Stellen.
  3. Helfen Sie die Datenlage zum Uhu zu verbessern:
    Melden Sie Sichtungen, Rufaufnahmen oder Brutplätze bei den lokalen Naturschutzstellen (Förster, Naturschutzsyndikat, Centrale ornithologique, Naturmuseum) oder über die App iNaturalist.

 

Weiterführende Informationen zum Uhu finden Sie hier: